Freitag, 27. Mai 2016

13. Tag: Agii Apostoli - Athen

Heute ging es ein letztes Mal über das Küstengebirge rüber ins Landesinnere. Ein letztes Mal sind wir auf einem kurzen Abschnitt der Straße gefolgt, die parallel zur mautpflichtigen Autobahn verläuft und deutlich mehr Verkehr anzieht als die Autobahn selbst. Ein Wahnsinn, dessen Sinn sich mir nicht erschließt.
Unsere heutige Etappe hat uns durch das Dorf Marathon geführt, dem Ort, an dem die Athena im Jahr 490 v. Chr. die Perser besiegten und der Bote Pheidippides losgelaufen ist, um die Kunde in das etwa 42 km entfernte Athen zu übermitteln. Der Legende nach verstarb der Bote nach Übermittlung der Nachricht an Erschöpfung.
Ob es sich genau so zugetragen hat, ist unter Historikern äußerst umstritten. Immerhin gab es damals im Athena Heer Läufer, die die 250 km nach Sparta in 2 Tagen gelaufen sind. Ohne umzufallen. Da ich kein Historiker bin, kann ich zu dem Thema nicht viel beitragen, mit Ausnahme der Information, daß wir den Flughafen Athen von Marathon aus bereits nach 33 km erreicht haben.
Aber egal: dank Smartphone ist das Versenden einer Nachricht mittels Boten überflüssig. Ein Selfie vom Schlachtfeld wäre in einem Bruchteil einer Sekunde am Bestimmungsort. Angesichts von weltweit 49 Todesfällen durch Selfies seit 2014 allerdings auch nicht ganz ungefährlich.

13. Tag: Agii Apostoli - Athen

Geschafft! Unsere diesjährige Radtour Dubrovnik - Athen beenden wir nach 13 Fahrradtagen mit einer tollen Etappe. Die 1100 Hm waren sehr anstrengend, da auf den Nebenstraßen die Steigungen stark schwanken: Steigungen zw. 7% und 12% sind keine Seltenheit und kosten richtig viel Kraft und Energie. Dafür sind wir aber mit tollen Ausblicken und vielen Fotostops belohnt worden.
Morgen haben wir noch einen Sightseeing- und Shopping- Tag in Athen (wir müssen noch Verpackungsmaterial für den Rädertransport kaufen), bevor es Sonntag dann zurück nach Hause geht.
In 2 Jahr geht es dann weiter ab Athen, nächstes Jahr wird es wieder eine Kanada- Radtour geben.

Donnerstag, 26. Mai 2016

12. Tag: Theologos - Agii Apostoli

Nach mehreren Tagen ohne ein vernünftiges Abendessen sitzen wir heute glücklicherweise in einem Hotel mit angeschlossenem Restaurant. Nachdem wir nun alle drei auf der Hotelterrasse eine Portion Nudeln vertilgt haben und entsprechend satt sind, reflektieren wir den Tag.
Der heutige Tag fing gleich knackig mit etwa 300 Höhenmetern zum Nachbarort an. Von hier ging es wieder auf Meereshöhe zu einem verrussten Industrieort mit Fischerhafen. Jetzt standen die nächsten knapp 400 Höhenmeter auf dem Programm, denen wir uns nicht entziehen konnten. Kurzfristig hatten wir überlegt, einfach mit dem Boot um den Berg zu fahren, doch hierzu ergab sich keine Gelegenheit. Daher doch über den Berg. Schon nach einem Viertel der Höhe biegt unsere Route auf eine grobe Schotterpiste ab. Nach den Erfahrungen der Vortage verbleiben wir lieber auf der asphaltierten Straße, die uns direkt zu einer weiteren asphaltierten und noch besser ausgebauten Straße mit 2 Richtungsfahrbahnen und breitem Seitenstreifen führt. Auf dieser Straße kommen wir dann gut und sicher die nächsten 10 km voran. Anschließend fahren wir noch 30 km parallel zur Autobahn, ehe wir wieder zur Küste abbiegen. Die letzten 25 km zum Hotel (von insgesamt 112 km) haben wir dann wieder an der Küstenstraße zurück gelegt.

12. Tag: Theologos - Agii Apostoli

Zwischen unserem heutigen Start- und Zielort liegen mehrere Hügel mit steilen Anstiegen von mehr als 10% - und das auf unbefestigten Nebenstraßen. Nachdem wir gestern unangenehme Erfahrungen mit sich zu Trampelpfaden verengenden Wegen gamacht haben, wollen wir und das heute nicht nochmal antun. Daher haben wir unsere Routenplanung kurzfristig geändert und sind in Akrefnio auf die Autobahn aufgefahren, der einzigen Alternative (Bild). Autobahnen haben selten 10%ige Steigungen, nehmen Dank Brücken und Taleinschnitten nicht jeden Hügel mit und weisen eine gute Asphaltqualität auf. Nachteile gibt es kaum. Bis auf den einen: Fahrradfahren ist auf Autobahnen nicht direkt erlaubt.
Die Autobahn südlich von Akrefnio ist mautfrei, damit entfällt das Vorbeimogeln an der Mautstation. Das mautfreie Stück endet am Cafe 90, einer Art Autobahnraststätte. Also fahren wir auf, schalten auf dem Beschleunigungsstreifen die Gänge der Reihe nach durch und kommen zügig voran. Nach wenigen Kilometern taucht ein Problem auf: hinter mir sehe ich ein Fahrzeug der Autobahnmeisterei, das mir mit eingeschalteten gelben Rundumleuchten folgt. Damit Marion durch das Auto nicht beunruhigt Gas gibt und beschleunigt, lasse ich mich etwas zurückfallen. 50 Meter, denke ich, sollten reichen, um außerhalb der Höhrweite zu sein. Der Fahrer bemerkt, daß ich zurückfalle, schaltet seine Außenlautsprecher ein und ruft " Go! Go! Go!". Marion hört das natürlich, ist beunruhigt und gibt Gas. Das Sicherungsfahrzeug begleitet uns bis zum Cafe 90, dort werden wir per Lautsprecherdurchsage gebeten, die Autobahn zu verlassen. Wir fahren ab, es ertönt noch eine letzte Durchsage, mit der uns der Fahrer des Sicherungsfahrzeug alles gute wünscht.
Wir haben den Fahrer nicht persönlich kennengelernt, sagen aber an dieser Stelle Danke!

11. Tag: Lamia - Theologos

Bis zur Pause am Ägäischen Meer um 14.00 war es ein einfacher Tag: wir hatten schon 76 km geschafft mit (zum ersten Mal auf dieser Tour) Rückenwind. Wir waren so überzeugt, auch die noch ausstehenden 29 km und 120 Hm locker zu schaffen,  dass wir uns eine über 2 stündige Pause gegönnt haben. "Wassertreten" im Ägäischen Meer, das war sehr angenehm. Allerdings gab es ca. 15 km vor Etappenende doch noch eine "kleine" Verzögerung, die zu einer späten Ankunft im Hotel führen sollte. Doch davon berichtet Falko....

Dienstag, 24. Mai 2016

10. Tag: Trikala - Lamia

Mit der gestrigen wunderschönen Katara-Pass Etappe konnte die heutige Etappe entlang der Hauptstraße natürlich nicht mithalten. Aber der Verkehr hielt sich in Grenzen, und teilweise konnten wir auf fast fertig gestellten, aber noch nicht freigegebene Strassen die Hauptstraße meiden. Zweimal hat das prima geklappt, einmal leider gar nicht und wir mussten unsere Fahrräder durch eine klebrige, schlammige Mocke, zurück zur Straße schieben. So eine Schweinerei, man konnte am Ende das Hinterrad nicht mehr drehen, alles zugedreckt. Hat lange gedauert, dass wieder einigermaßen sauber zu kriegen. Zuhause steht da erst mal eine Totalreinigung an.
Aber: alles in allem trotzdem eine schöne Etappe.

10. Tag: Trikala - Lamia

Nachdem wir die Nacht nicht übermäßig gut geschlafen hatten, da unser Hotel in Trikala mitten im Ausgehviertel lag und es dementsprechend voll und laut dort war, waren wir heute überrascht, wie leer es selbst auf der Hauptstraße war, der wir heute gefolgt sind. Kaum Verkehr und über die Hälfte der Tankstellen verwahrlost nach der Stilllegung vor sich hin.
In Lamia sind wir erst nach 19:00 Uhr angekommen, da die heutige Etappe mit 119 km und 860 Höhenmetern doch recht lang und anstrengend war. Hier im Ort gibt es ähnlich viele Bars und es ist genauso lebhaft gefüllt wie gestern. Nur Restaurants gibt es so gut wie gar nicht. So sind wir wieder wie am Vortag bei Goodys gelandet, einem Fastfood-Burger-Betrieb.

Montag, 23. Mai 2016

09. Tag: Metsovo - Trikala

In Metsovo haben wir auf einer Höhe von etwa 1150 m übernachtet. Bemerkenswert war das schlechte Abendessen, vermutlich ein Auswuchs des Touristenauflaufs im Ort.
Heute ging es auf der alten Passstraße weiter zum Katarapass. Mit 1705 m Höhe einer der höchsten des Landes. Dank umfangreichem Tunnel- und Autobahnbau wird die Passstrasse sber nicht mehr genutzt, was einen großen Vorteil hat (kaum Verkehr) und einen kleinen Nachteil (nicht jeder Hangrutsch oder Felsabgang wurde aufgeräumt). Stattdessen gibt es ein Schild, daß darauf hinweist, daß man die Straße auf eigenes Risiko befährt. Das haben wir dann auch gemacht.

Sonntag, 22. Mai 2016

08. Tag: Doliana - Metsovo

Heute war ein sehr anstrengender Tag. Mit 90 km Länge, 1700 Hm und Gegenwind war es die bislang anstrengendste Etappe. Um ca. 16.00 Uhr hatten wir noch knapp 800 Hm vor uns und ich eine kleine lokale "Das schaffen wir nie" Krise. Aber die Strassenverhältnisse sind gut, der Wind ließ nach, kein Regen und Franks Hundeproblem führten dazu, dass wir recht fix unseren letzten Anstieg gemeistert haben. An der alleinstehenden Baracke mit den knapp 20 wild bellenden, freilaufenden, großen Hunden vorbeizuradeln war wirklich eine große Überwindung. Aber gemeinsam hat das prima geklappt. "Belohnt" wurden wir mit einem Touristen-Skiort, und damit das Kontrast - Program zu unsere gestrigen supertolles Pension. Das Abendessen war  grottenschlecht und überteuert. Aber egal, ich bin so müde, dass ich trotzdem gut schlafen werde.

08. Tag: Doliana - Metsovo

Endlich hatten wir heute wieder einen Tag mit Sonnenschein. Wenn ich mich nicht verzählt habe, der zweite bei dieser Tour. Wir haben gleich soviel Farbe bekommen, dass ich Angst habe, von den Jungs nach meiner Rückkehr überhaupt erkannt zu werden. Hätte ich vielleicht doch lieber einen Sunblocker auftragen sollen?
Nach meinem gestrigen Post muss ich heute nochmal auf das Thema Hunde zurückkommen. Bei der Abfahrt vom zweiten Berg des Tages treffen wir auf Hans-Martin (Bild), einen alleinradelnden Klavierlehrer aus Stuttgart. Er warnt uns vor 15 wilden Hunden bei unserem dritten Berg, etwa 10 km vor dem Etappenziel in Metsovo. Er selbst konnte mit 50 km/h bergab gerade noch fliehen, aber wir müssen da ja bergauf, sind also etwas (viel) langsamer unterwegs. Zudem berichtet er von seinem letztjährigen Erlebnis vom gleichen Berg, als er mit einem Stock bewaffnet in eine unschöne 1:1-Situation mit einem der Hunde geraten ist. Zukünftig will er diese Strecke meiden.
Leider ist die Gegend hier so verlassen, so dass es außer einer Transitautobahn keine Alternativen gab. Dank der Warnung von Hans-Martin hören wir die Hunde schon von Weitem, bleiben mit genügend Abstand stehen und rufen den Hunde besitzenden Einsiedler aus seiner einfachen Behausung an einem ansonsten völlig unbesiedelten Abhang. Der Typ winkt einmal wir sollten doch weiterfahren und verschwindet wieder. Nach den Erfahrungen der letzten beiden Tage (sowie auch der Vorjahre) ist Flucht kein guter Ratgeber. So fuhren wir langsam und besonnen dicht beisammen an den laut kleffenden Hunden vorbei, die uns noch etwa 500 m verfolgt haben. Glücklicherweise eine insgesamt weniger Adrenalin verursachende Hundebegegnung als an den Vortagen. Übrigens beim Nachzählen kamen wir auf noch mehr als 15 Hunde.
Ach so, Höhenmeter haben wir auch gemacht. Insgesamt etwa 1.700 m. Aber die sind bei dem ganzen Hundestress kaum ins Gewicht gefallen, so dass wir am Ende überrascht waren, wie schnell wir den letzten Berg gemeistert hatten. Nach einem besonders schlechten Abendessen (Frikadelle mit Käse und fettigen, halbrohen Pommes) ruhen wir uns jetzt im Hotel für die morgige Etappe aus.

08. Tag: Doliana - Metsovo

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute über die unterschiedliche Vorgehensweise bei der Ersatzteilbeschaffung in Griechenland und in Deutschland berichten.
In Deutschland sucht man einen fachlich kompetenten Ansprechpartner (Fachhandel, Internetshop), gibt die Spezifikation durch und lässt sich das Bauteil schicken. Der Liefertermin ist durch Bearbeitungstage, Postweg und Wochenenden unabänderlich vorgegeben.
In Griechenland spricht man mit einem Menschen, der einem sympathisch ist und regional möglichst viele andere Leute kennt. Kenntnisse über das Bauteil sind nicht relevant, im Zweifel eher sogar hinderlich. Diesem Menschen beschreibt man das Problem. Der besagte Mensch ruft dann jemanden an, der jemanden kennt, der etwas zum Problem beitragen kann. Am Schluss ist das gesuchte Bauteil ausfindig gemacht. Jetzt muss noch geklärt werden, wie Bauteil und Falko zusammenfinden. Da meine Position mit der Zeit variiert, ist es sinnvoll das Bauteil stationär an einem definierten Punkt abzulegen.
Konkret bedeutet dies: ich habe am heutigen Sonntag gegen Mittag an der Rezeption eines Hotels in Ioannina Bremsbeläge für meine Magura-Bremse abgeholt. Möglich war dies nur durch das Engagement einiger sehr netter und ausgesprochen gastfreundlicher Griechen. Wem diese Vorgehensweise seltsam vorkommt, dem sei gesagt: im Unterschied zu manch anderem Land hat Griechenland einen funktionierenden Hauptstadtflughafen

Samstag, 21. Mai 2016

07. Tag: Tepelene - Doliana

So, heute melden wir uns aus Griechenland. Wir sind diesmal wieder aus eigener Kraft am Hotel angekommen. Und das sogar recht früh, weil wir ausschließlich an einer gut asphaltierten Hauptstraße entlang gefahren sind und uns wenig Zeit für Pausen genommen haben.
Heute Morgen war das Wetter bewölkt aber trocken. Mit der Sorge, dass es jederzeit anfangen könnte zu regnen haben wir ordentlich Gas gegeben. Bis zum ersten Regen dauerte es glücklicherweise bis zur griechischen Grenze bei km 58. Während die Einreise nach Albanien vor ein paar Tagen ja eine riesige Geduldsprobe war, da die Grenzbeamten sich lieber mit ihren Smartphones beschäftigt hatten als uns abzufertigen, wäre die Ausreise fast völlig schief gelaufen. Aufgrund eines Streiks der griechischen Grenzbeamten ist die Grenze aktuell bis übermorgen (Montag) um 7 Uhr geschlossen. Einzig Fußgänger (zu denen wir auch zählten) durften passieren. Hinter der Grenze erwartete uns der größte Anstieg des Tages mit etwa 350 Höhenmetern. Oben angekommen überraschte uns dann wieder der Regen, so dass wir ordentlich nass in der Pension in Doliana ankamen. Zum Ort selbst war nochmal ein Anstieg von etwa 150 Höhenmetern zu bewältigen. Diesen letzten Berg musste ich im rekordverdächtigen Tempo erklimmen, da mich gleich unten drei laut kläffende und hinter mir herjagende Hunde von einer Ziegenherde fernhalten wollten. Dies war nach gestern schon mein zweites Hundeerlebnis. In Doliana haben wir gerade noch eine leckere Pizza Speciale gegessen und legen uns gleich schlafen. Insgesamt wurden es heute 82 km und etwa 850 Höhenmeter.